Der WM-Fußball rollt in der Adventszeit. Das ist an sich schon ungewöhnlich. Und allzumal der Austragungsort Katar ist umstritten. Wie schrieb jemand: Aus der Entfernung das Land zu kritisieren, ist relativ einfach. Genau hinzuschauen schon schwieriger. Und dann sind da noch die Geschäfte mit der Energie… – die Sache ist ambivalent. Aber genau deshalb vielleicht auch eine Gelegenheit, in der Konfizeit – falls es die Gruppe interessiert – sich miteinander bei Plätzchen und Punsch eine Meinung zu bilden.
Ein paar Vorschläge dazu gibt es. Und für die Verantwortlichen ein paar anregende Texte von Kirche und Sport in der EKD
Brot für die Welt bietet Anregungen im Format Global lernen
Ok, Gummihuhn-Golf ist schon eine besondere Form der körperlichen Betätigung. Aber eine, die tierisch Laune macht – selbst wenn man ganz knapp verliert. Auch sonst war die Jahrestagung der Konfi-Dozent:innen Deutschlands auf dem heiligen Berg in Wuppertal vom 7.-11. November ein höchst inspirierendes Treffen.
KÖRPERARBEIT – GANZHEITLICH UND GRENZWAHREND – so hieß der Themenschwerpunkt, für den wir uns einen ganzen Tag Zeit genommen haben. Gabriele Frohme, Inhaberin des Wuppertaler Instituts für Transaktionsanalyse www.ta-wuppertal.de, half uns dabei auf die Spur. Gut ausatmen (wird oft vernachlässigt), körperliche Reaktionen beachten (woher kommt eigentlich mein Grummeln im Bauch?), prägende Lebensspuren der Vergangenheit entdecken (wie kommt es eigentlich, dass ich immer so perfekt sein will – voll anstrengend), interessante Selbstgespräche führen (alle denken, Du telefonierst mit einem Knopf im Ohr), Lob einfach annehmen (ach das war doch selbstverständlich)… und einige Impulse mehr regten uns zu Nachdenken. Körperübungen, die uns gut taten und zu denen wir alle in der Konfi-Arbeit ermutigen wollen. Verbunden mit der wichtigen Frage, was nach Corona und im Zusammenhang mit der Präventionsarbeit in der Jugendbildung heilsam und eben nicht übergriffig ist. Den Körper ins Spiel bringen, Zuwendung erfahren und die Grenzen wahren ist eine hohe Kunst.
Auf kultureller Ebene wurde unser Thema vertieft durch den Besuch der Generalprobe des legendären Stücks KONTAKTHOF im Tanz-Theater Pina Bausch https://www.pina-bausch.de/de/. Sehr intensiv und beeindruckend.
Flieg her zu uns, du Gummi-Huhn… und ab ins KörbchenImmer gut in Kontakt bleibenAuf ins Vergnügen
Weitere Themen der Tagung, die hineinwirken in die Konfi-Arbeit, waren der Kirchentag 2023 in Nürnberg, die Entwicklung einer zertifizierbaren Langzeitfortbildung, die neue Konfi-Studie mit dem Feed-Back-Tool i-konf, die tollen Updates der KonApp, eine inklusive Bibel für Jugendliche, das KU-Praxis-Heft 2024 (Körperarbeit!), KonfiCamps, Globales Lernen etc. …. und nicht zuletzt die Folgen der Finanzeinsparungen in den Kirchen für die qualifizierte Gestaltung der Konfi-Arbeit in Beratung und Fortbildung.
Und ganz zum Abschluss durften wir mit den Rheinländer:innen am 11.11. um 11:11 Uhr die fünfte Jahreszeit einläuten…
Gut verknüpft! – Darum ging es beim Projekttag der westfälischen Kirche in der Jugendkirche Hamm am Samstag, 22. Oktober. Organisiert von Dr. Iris Keßner und Carina Kuznik, den Konfidozentinnen des Pädagogischen Institus in Villigst, feierten 100 engagierte Ehren- und Hauptamtliche bei toller Stimmung einen Gottesdienst mit einer Band der Popakademie Witten (Super: Rebecca Viertel, Hauke Nebel & Caspar Beule!) und dachten in zwei Workshop-Phasen miteinander nach, wie das Miteinander von Konfizeit und Jugendarbeit noch besser gelingen kann. KonfiCamps, Wohnzimmerkirche, Partizipation, Konfi- und Jugendgottesdienste, Teamer:innen-Ausbildung, LSBTIQ, Gut verknüpft! waren die Themen.
Neben einem Impulsvortrag von Burkhardt Nolte zu KonfiCamps durfte ich (Matthias Hempel) eine halbe Stunde lang die gemeinsamen Chancen und Herausforderungen einer engen Verknüpfung von Konfizeit und Jugendarbeit hervorheben. Obwohl allen schon viele Jahre klar ist, was an gemeinsamen Dingen gut geht und gut tut, ist es immer wieder verwunderlich, an wie vielen Stellen die Verknüpfung noch sehr zögerlich, angst- und konkurrenzbesetzt ist – und sich deshalb meiner Meinung nicht als segensreich für junge Menschen erweist.
Eingestiegen bin ich mit einer kleinen Vision für 2030, die ich gemeinsam mit meiner ehemaligen Kollegin Angelika Pfeiler aus dem Landesjugendpfarramt 2018 für die Zeitschrift baugerüst geschrieben habe:
Auch 2030 gibt es in der evangelischen Kirche Konfi- und Jugendarbeit. Einige Landeskirchen beschließen eine gemeinsame Rahmenordnung für die Arbeit mit Kindern, Konfis und Jugendlichen.
Die Mindestdauer von Konfi-Kursen wird EKD-weit angesichts von Bestrebungen, Konfi-Kurse um der Attraktivität willen mehr und mehr zu verkürzen, auf mindestens sechs Monate festgeschrieben.
Angesichts knapper werdender Ressourcen und immer weniger getauften evangelischen Jugendlichen finden nur noch in großen Kirchengemeinden eigenen Konfi-Kurse und Angebote der Jugendarbeit statt. Die Gemeinden entscheiden vor Ort, welchen Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen für ihre Region die Verantwortung für die Durchführung übernimmt.
Besonders nachgefragt werden ein- bis zweiwöchige KonfiCamps an attraktiven Freizeitorten.
Ein Online-Kurs scheitert aufgrund geringer Anmeldezahlen.
Als Modellversuche werden in einzelnen Städten gemeinsame ökumenische Kurse für Kommunionskinder und Konfi3-Gruppen und aufbauend darauf Kurse für Konfis, Konfirmierte und Firmlinge in Alter von 14-16 Jahren durchgeführt.
Danach folgte mit dem scheinbar selbstverständlichen Votum „Konfis sind Jugendliche“ der Auftakt zu einer kleinen Präsentation. Das Fazit: Konfizeit und Jugendarbeit sind wie zwei wunderbar Bäume im Kirchenwald. Sie wachsen eigenständig. Sie sind gut vernetzt mit ihren Nachbarn durch ein umfangreiches Wurzelwerk. Unter den Bäumen herrscht ein hohes Maß an gegenseitiger Unterstützung. Sie bieten sich gegenseitig Halt. Und bilden gemeinsam einen vielfältig-schönen Lebensraum.
Eine Aktion im Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven
Am Samstag, 8. Oktober trafen sich über 350 Konfis und viele Teamer:innen in der IGS Schortens. Verantwortet vom Kreisjugenddienst in Kooperation mit den Pastor:innen des Kirchenkreises wurde ein kurzweiliges und attraktives Programm angeboten. Aus allen Himmelsrichtungen strömten die Konfis aus den Gemeinden herbei – der landesweite Ausfall des Bahnverkehrs war dabei kein Hindernis.
Nach einer musikalisch-bewegten Einstimmung um 11 Uhr auf dem Schulhof wurde in 17 Workshops das diesjährige Spendenprojekt vorgestellt. Bildungsangebote in Bangladesch von Brot für die Welt stehen dieses Jahr im Mittelpunkt. Infos zur Situation in Bangladesch im Klassenrund – die Tische wurden auch schon mal schnell zur Seite geräumt – wurden anschaulich präsentiert. U.a. die Gefahr durch Überschwemmungen und die erbärmlichen Situation der Arbeiter:innen in der Kleidungsproduktion kamen dabei zur Sprache. Jede und jeder Konfi bekam mit einem Spendensammelzettel den Auftrag, in den nächsten Wochen in der Verwandtschaft und in der Bekanntschaft Gelder für das Projekt zu gewinnen. Das sich so viele junge Menschen zeitgleich für eine gute Sache einsetzen, spornt zusätzlich an.
Es folgte eine kreative Zeit mit vielen Angeboten. Aus Getränkekartons wurden Geldbörsen upgecyclelt, kooperative Spiele ausprobiert, Getreide fein gemahlen, eine Klimaschutzwand gebaut und einiges mehr. Einen Mittagsimbiss gab es natürlich auch. Um 14 Uhr wurde der Konfitag mit einem Gottesdienst und einem herzlichen Dankeschön an alle Engagierten abgerundet.
Schon viele Jahrzehnte gibt es im Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven die Tradition, an einem Tag im Herbst gemeinsam eine Aktion für Brot für die Welt durchzuführen. Waren es in früheren Jahren vornehmlich Hoffnungsmärsche durch die Region, so sind es seit einigen Jahren Hoffnungstage, die das Thema der Verantwortung für die Eine Welt in den Mittelpunkt stellen.
Endlich war es wieder so weit. Der fast schon traditionelle Kreiskonfitag der Oldenburger Kirchengemeinden startete am Samstag, 24. September um 10 Uhr in der Ohmsteder Kirche. Nach einem Warm-Up und eingängigen Liedern der Konfitag-Band rund um Popkantorin Sarina Lal startete der große Actionbound durch den Stadtteil. An 20 Stationen beschäftigten sich die Konfis mit dem zukünftigen Leben auf unserem Planeten.
„Ernährung“, „Müll“, „Tiere“, „Kleidung“ und „Mobilität“ waren die thematischen Überschriften für fünf Stationenläufe. Mit Hilfe der digitalen App Actionbound fanden die Konfis per Pfeilrichtung ihren Weg. Bei den Spiel-Stationen wurde um die Wette Bobby-Car gefahren, Lebensmittel erduftet, alte Schuhe um eine Leiter gewickelt, mit PET-Flaschen genau gezielt und Tiere an Spontanskizzen und ihren Stimmen erraten. Ganz kreativ wurde „das Tier in mir“ als Tattoo verewigt, Müll und alte Kleidung zu Kunstwerken komponiert, eine stabile Modell-Brücke gebaut und leckere Smoothies gemixt. Beim Fakten-Check wurde der Wasser-Fußabdruck unserer Lebensmittel ermittelt, zu bedrohten Tierarten recherchiert, Fortbewegungsmittel der Zukunft unter die Lupe genommen, Verpackungs-Müll gewogen und der umweltgerechte Umgang mit Kleidung getestet. Alle Gruppen gestalteten außerdem ein Fenster für das SoWollenWirLebenHaus.
Das Ergebnis wurde nach einem Mittagssnack bei den Gemeinnützigen Werkstätten im Gottesdienst in der Ohmsteder Kirche präsentiert. Klar gab es wieder Musik, eine Predigt von Pastorin Nele Schomakers zum Thema „Sorgen“. Für gute Stimmung sorgten außerdem das farbenfrohe Lichterspiel und die perfekte Performance der des Technik-Teams.
Am Ende ein großes Dankeschön an: alle Trainees und Teamer:innen der ejo, die Musiker:innen, das Projektteam aus Kreisjugenddienst und der Pastor:innenschaft, der gastgebenden Gemeinde. Und dem Himmel, der trocken blieb.