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Am vergangenen Samstag war ich mit 7.000 anderen Menschen auf der Demo in Oldenburg. „Für Demokratie, gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck“. Ein breites Bündnis hatte dazu aufgerufen. Die Gründe dafür sind offensichtlich.

Es war ermutigend, mit so vielen ganz unterschiedlichen Menschen friedlich für ein demokratisches Miteinander unterwegs zu sein. Unterwegs durfte ich einige Gesprächspassagen aufschnappen. Es ging ums Klima, die Wahlreden verschiedener Kandidat:innen und viele Themen mehr. Es wurden Argumente ausgetauscht und Gedanken geäußert. Das war eine gute Gelegenheit, sich eine qualifizierte Meinung zu bilden. Es passte gut ins Bild, dass wir alle paar Meter an Wahlplakaten vorbeikamen. Sie gaben Anlass zu weiteren Gesprächen und durchaus auch zu Protestrufen.
Es hat mich übrigens gefreut, als mein Cousin aus Hessen mir ein Statusbild geschickt hat von „seiner“ Demo in Kassel.

Die Initiative #wählen der evangelischen und katholischen Kirche zur Bundestagswahl lädt dazu ein, über Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt zu diskutieren. Überall an Kirchen und Gemeindehäusern sind die Banner und Plakate zu sehen. Macht Euer Kreuz für alle mit Herz und Verstand.

Vorhin rief mich jemand an und meinte, er mache sich Sorgen. Warum würde die Meinung der jungen Menschen in der Kirche nicht öffentlicher zum Ausdruck kommen. Seiner Ansicht nach müsste in dieser Hinsicht viel mehr getan werden. Ich war nicht ganz seiner Meinung, dass es da nicht viele Versuche geben würde. Aber nicht immer stellen die Medien menschenfreundlichen Botschaften in den Mittelpunkt. Und wenn bestimmte soziale Kanäle in Zukunft darauf verzichten, extremistische Posts auszusortieren, ist das eine gefährliche Entwicklung.

Immer wieder werde ich gefragt, welche Themen denn in der Konfizeit heute dran wären. Es sollen doch grundlegende Inhalte vermittelt werden. Ich finde, genau die Themen der Initiative sind gerade „dran“ in den Konfi-Treffen. Wir haben ja die Wahl!

Heute, am 14. Juli, war es soweit. Die Erstplatzierten und Gesamtsieger:innen des Fotowettbewerbs welt fair ändern – Hoffnungszeichen setzen im Schuljahr 2020/2021 erhielten ihre Auszeichnungen und Preise.
Uns erreichten 83 Beiträge von 137 Personen, darunter 9 Schulen und 39 Konfirmand:innen aus 5 Kirchengemeinden mit insgesamt 242 Fotos und 2 Videos. Das ist ein tolles Ergebnis – nicht zuletzt unter den Corona-Bedingungen, unter denen der Wettbewerb beworben und in Szene gesetzt wurde. Herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben!

Die Verleihung in der Kapelle des Oberkirchenrates in Oldenburg war dem Anlass gemäß feierlich und die Freude der eingeladenen Gewinner:innen, einiger Eltern und Lehrkräften über die Laudation der Jury und die nachhaltig-wertvollen Sachpreise hoch!
Von der Qualität der Gewinner-Fotos in den verschiedenen Kategorien von der 5. Klasse über Konfi-Gruppen bis hin zu Berufsbildenden Schulen kann man sich auf der Galerie der Wettbewerbsseite mit den jeweils 1.-3. Plätzen jeder Kategorie überzeugen.

Zu ihrem Gewinner:innenfoto in der Kategorie „Konfis“ schreibt Mayra Braun, 13 Jahre, aus der Kirchengemeinde Stuhr: „Ich war mit meiner Familie auf einer Fahrradtour, wo wir an dieser fast leeren Autobahn vorbeigekommen sind. Und als ich das so gesehen habe, musste ich sofort an diesen Wettbewerb denken. „Welt fair verändern“, die Welt verändern, vielleicht mit der Bitte, weniger Auto zu fahren oder gänzlich auf Elektroautos umzusteigen. Wenn es weniger Autos geben wird, werden die Autobahnen so aussehen wie auf meinem Bild: Fast nirgends ist ein Auto zu sehen.“

Mir ist bei diesem Bild sofort der Autofreie Sonntag eingefallen, der in den 1973 während der ersten Ölkrise verwendet und in ganz Westdeutschland durchgesetzt wurde. Damals nutzten viele Bundesbürger:innen die seltene Gelegenheit, einmal einen Autobahn zu Fuß oder per Rad zu erkunden. In jüngerer Zeit gibt es vielerorts am 22. September einen Aktion „Autofreier Tag“. der von verschiedenen Organisationen, z.B. von Umweltverbänden und Kirchen initiiert und unterstützt wird.